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INFO & AKTUELLES
Fluggastrechte Entschädigung bei Verspätung oder Annullierung von Flügen - Europäischer Gerichtshof und Bundesgerichtshof stärken erneut die Rechte von Passagieren Nach der Fluggastrechtverordnung (Verordnung Nr. 261/2004/EG) haben Fluggäste bei Annullierung, Überbuchung oder großer Flugverspätung einen Anspruch auf Ausgleichszahlungen gegen die ausführende Fluggesellschaft. Bei Kurzstreckenflügen bis 1.500 km beträgt die Pauschalentschädigung 250,00 EUR. Für weitere Strecken innerhalb der EU oder bis 3.500 km beträgt sie 400,00 EUR und bei Flugstrecken über 3.500 km sogar 600,00 EUR. Die Entschädigung wird unabhängig vom Flugpreis gezahlt. Sie gilt auch bei sogenannten Billigfliegern. [mehr...] Fluggastrechte Keine Entschädigung bei verspäteten Anschlussflug außerhalb Europas Seit dem 17. Februar 2005 ist die EG-Verordnung Nr. 261/2004 in Kraft. Sie regelt die Fluggastrechte bei Flügen, die von einer EG-Fluggesellschaft durchgeführt werden sollten oder von Fluggesellschaften, die von, nach, oder innerhalb von EG-Gebiet fliegen. Die Verordnung umfasst auch Flüge mit sogenannten Billigfliegern. Die Verordnung ist in allen Mitgliedsstaaten unmittelbar geltendes Recht, so dass jeder EU-Bürger Ansprüche aus der Verordnung vor nationalen Gerichten einklagen kann. Der Bundesgerichtshof (BGH) beschäftigte sich nun in zwei Verfahren mit der Frage, ob die Ausgleichsansprüche auch bei verspäteten Anschlussflügen außerhalb der Europäischen Union in Betracht kommen (Urteile vom 13.11.2012, Az.: X ZR 12/12 und X ZR 14/12). [mehr...] Arbeitsrecht Kündigungsschutzgesetz – zählen Leiharbeiter mit? Das Kündigungsschutzgesetz findet auf Arbeitsverhältnisse Anwendung, die mindestens ein halbes Jahr bestanden haben und wenn im Betrieb regelmäßig mehr als 10 Arbeitnehmer (ohne Auszubildende) beschäftigt werden. Teilzeitbeschäftigte werden anteilig berücksichtigt. Für Arbeitsverhältnisse, die auch schon vor dem 01.01.2004 bestanden haben, gilt eine Sonderregelung. Wie verhält es sich aber, wenn in einem Betrieb regelmäßig unter 10 eigene Arbeitnehmer beschäftigt werden und zusätzlich eine regelmäßige Anzahl von Leiharbeitern, die jedoch keinen Arbeitsvertrag mit dem Unternehmen sondern mit einer Verleiherfirma haben? [mehr...] Wohneigentumsrecht Optische Veränderung einer Wohnungseigentumsanlage im Rahmen einer modernisierenden Instandsetzung Bauliche Veränderungen der Wohnungseigentumsanlage führen immer wieder zu Streitigkeiten zwischen Wohnungseigentümern. Während bauliche Veränderungen grundsätzlich der Zustimmung aller betroffenen Wohnungseigentümer bedürfen, können Modernisierungsmaßnahmen mit einer doppelt qualifizierten Mehrheit und Instandsetzungsmaßnahmen bzw. eine modernisierende Instandsetzung als Maßnahme ordnungsmäßiger Verwaltung sogar mit einfacher Mehrheit beschlossen werden. [mehr...] Betreuungsrecht Haben Sie vorgesorgt? Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung & Patientenverfügung – So stellen Sie Ihren Willen sicher Jeder Mensch kann durch Krankheit, Unfall oder altersbedingten Kräfteverfall in die Situation geraten, seine persönlichen Angelegenheiten nicht mehr selbst regeln zu können. Für den Fall, dass man auf fremde Hilfe angewiesen ist, sollte man unbedingt Vorsorge getroffen haben, denn es ist ein weit verbreiteter Irrglaube, dass in einem solchen Fall der Ehepartner oder die Kinder des Betroffenen automatisch entscheidungsbefugt sind. In Deutschland gibt es keine dahingehende gesetzliche Regelung. Vielmehr muss ein Vertreter eingesetzt werden. Es empfiehlt sich daher die Vertretung vorbeugend zu regeln und rechtzeitig eine oder mehrere Personen des Vertrauens zu bestimmen. Dazu dient eine sogenannte Vorsorgevollmacht. [mehr...] Mietrecht Ist der Mieter zur Renovierung bei Auszug verpflichtet? Eine Pflicht des Mieters zur Endrenovierung bei Auszug aus der Wohnung besteht nur, wenn dies wirksam zwischen Mieter und Vermieter vereinbart wurde. Ist dies nicht der Fall, ist der Mieter lediglich zur besenreinen Übergabe der Wohnung verpflichtet. [mehr...] Mietrecht Wie lange kann das Kündigungsrecht bei einem Mietverhältnis ausgeschlossen werden? Häufig finden Mieter in ihrem Mietvertrag eine Klausel, nach der die Kündigung erstmalig nach einem bestimmten Zeitraum zulässig ist. Der Vermieter will mit dieser Regel vermeiden, dass der Mieter bereits kurz nach dem Einzug von seinem ordentlichen Kündigungsrecht Gebrauch macht. Der Bundesgerichtshof (BGH) hält einen formularvertraglichen Kündigungsverzicht bei unbefristeten Mietverhältnissen bis zu einem Zeitraum von 4 Jahren grundsätzlich für zulässig, wenn es sich um einen beiderseitigen Kündigungsverzicht handelt (BGH, Az.: VIII ZR 27/04). Mit einer Individualvereinbarung soll sogar ein Kündigungsverzicht des Mieters sogar bis 5 Jahre zulässig sein (BGH, VIII ZR 81/03). [mehr...] Mietrecht Eigenbedarfskündigung wegen ausschließlich beruflicher Nutzung Grundsätzlich kann der Vermieter ein Wohnraummietverhältnis nur kündigen, wenn er ein berechtigtes Interesse an der Beendigung des Mietverhältnisses hat (vgl. § 573 Abs. 1 BGB). Ein solches berechtigtes Interesse des Vermieters an der Beendigung des Mietverhältnisses liegt insbesondere vor, wenn der Mieter seine vertraglichen Pflichten schuldhaft nicht unerheblich verletzt hat, der Vermieter die Räume als Wohnung für sich, seine Familienangehörigen oder Angehörige seines Haushalts benötigt oder durch die Fortsetzung des Mietverhältnisses an einer angemessenen wirtschaftlichen Verwertung des Grundstücks gehindert und dadurch erhebliche Nachteile erleiden würde (vgl. § 573 Abs. 2 BGB). [mehr...] Betreuungsrecht Was ist eine Patientenverfügung? Warum ist eine Vorsorgevollmacht sinnvoll? Eine Patientenverfügung dient der Information der Angehörigen, Bevollmächtigten und behandelnden Ärzte über den im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte geäußerten Willen des Verfügenden, was für den Fall späterer ärztlicher Untersuchungen, Behandlungen und Eingriffe gewollt ist, sofern man dann nicht mehr in der Lage ist, solche Entscheidungen selbst zu treffen oder zu artikulieren. [mehr...] Verkehrsrecht Müssen auch rechtswidrig aufgestellte Verkehrsschilder beachtet werden? Das Verwaltungsgericht Düsseldorf hat mit Urteil vom 21. August 2012 (Az.: 14 K 2727/12) entschieden, dass ein Verkehrsteilnehmer ein Verkehrsschild auch dann beachten muss, wenn es möglicherweise rechtswidrig aufgestellt wurde. [mehr...] Arbeitsrecht Ab wann kann der Arbeitsgeber eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung verlangen? Viele Arbeitnehmer und Arbeitgeber beschäftigt die Frage, ob man am ersten Krankheitstag, wenn es einem gerade besonders schlecht geht, einen Arzt aufsuchen muss, um eine ärztliche Bescheinigung über die Arbeitsunfähigkeit zu erhalten. Ist diese dann auch noch am selben Tag dem Arbeitgeber vorzulegen? Das Bundesarbeitsgericht (BAG) hat sich mit Urteil vom 14. November 2012 (Az.: 5 AZR 886/11) mit dieser Frage beschäftigt. [mehr...] Sozialrecht Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung ab 2013? Das Sozialgesetzbuch VIII regelt in § 24 bereits seit Längerem den Anspruch auf Förderung von Kindern in Tageseinrichtungen und der Kindertagespflege, dabei in § 24 Absatz 3 und § 24 a SGB VIII auch den Rechtsanspruch auf einen Kindertagesbetreuungsplatz für unter Dreijährige. [mehr...] Fluggastrechte Passagiere können bei Flugverspätung neben Ausgleichszahlung auch weitergehenden Schadensersatz fordern Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat mit Urteil vom 13. Oktober 2012 die Fluggastrechte erneut gestärkt. Das Gericht hat zum einen klargestellt, dass der in der Fluggastrechteverordnung (EG-Verordnung Nr. 261/2004) definierte Begriff „Annullierung“ dahingehend auszulegen ist, dass er nicht ausschließlich den Fall betrifft, dass das betreffende Flugzeug überhaupt nicht startet, sondern auch den Fall umfasst, dass dieses Flugzeug gestartet ist, aber anschließend zum Ausgangsflughafen zurückkehren musste, und die Fluggäste auf andere Flüge umgebucht wurden. Es kommt also nicht auf die Verspätung des Abflugs, sondern auf die Ankunftsverspätung an. [mehr...] Versicherungsrecht Krankenkassen dürfen Abrechnungen nach dem 2,3 fachen VDAK-Satz für physiotherapeutische Leistungen bei Privatpatienten nicht kürzen Das Amtsgericht Köpenick hat mit Urteil vom 10. Mai 2012 (Az.: 13 C 107/11) entschieden, dass eine private Krankenversicherung grundsätzlich nicht berechtigt ist, Abrechnungen für physiotherapeutische Leistungen zu kürzen, wenn zwischen dem Patienten und dem Physiotherapeuten vereinbart wurde, dass diese nach dem 2,3 fachen VDAK-Satz abrechne. [mehr...] Mietrecht Ist die Vereinbarung einer Heizkostenpauschale zulässig? Grundsätzlich ist, die Vereinbarung einer Heizkostenpauschale unzulässig und daher unwirksam. Nach § 2 Heizkostenverordnung gehen die Vorschriften der HeizKV rechtsgeschäftlichen Bestimmungen vor. Die teilweise in der Literatur vertretene Auffassung, dass die Vertragsparteien abweichende Gestaltungen treffen können, wird von der neueren Rechtsprechung nicht geteilt. [mehr...] Mietrecht Mieter der erhöhte Betriebskostenvorauszahlungen nicht zahlt, droht fristlose Kündigung Der Bundesgerichtshof (BGH) hat sich mit Urteil vom 18. Juli 2012 (Az.: VIII ZR 1/11) mit der Frage beschäftigt, ob ein Vermieter dem Mieter, der nach § 560 Abs. 4 BGB erhöhe Betriebskostenvorauszahlungen nicht entrichtet, wegen § 569 Abs. 3 Nr. 3 BGB erst dann fristlos kündigen darf, wenn er den Mieter zuvor auf Zahlung der Erhöhungsbeträge verklagt hat und rechtskräftig zur Entrichtung der Erhöhungsbeträge verurteilt worden ist. [mehr...] Bankrecht Bearbeitungs- und Kontoführungsgebühren für Darlehen sind unwirksam Mehrere Gerichte hatten sich in der Vergangenheit mit der Frage beschäftigt, ob die Banken ein einmaliges Bearbeitungsentgelts für die Darlehensvergabe erheben dürfen. Ursprünglich wurde diese Gebühr noch für zulässig erachtet. Mittlerweile wird eine Bearbeitungsgebühr der Banken bei Kreditabschluss von den Gerichten jedoch für unwirksam erachtet, insbesondere wenn die Bank nicht hinreichend darlegt, welche Leistungen mit der einmaligen Bearbeitungsgebühr abgegolten werden sollen und wie genau sich die Bearbeitungsgebühr auf die Gesamtkalkulation auswirkt. [mehr...] Verkehrsrecht Neuregelung der Kfz-Hauptuntersuchung ab dem 1. Juli 2012 Seit dem 1. Juli 2012 gelten neue Regeln für die Hauptuntersuchung (HU) und die Abgasuntersuchung (AU). Zu den wichtigsten Neuerungen gehört, dass bei der Hauptuntersuchung künftig bundesweit die Rückdatierung entfällt, d.h. die geprüften Fahrzeuge erhalten eine Plakette, die ab dem Zeitpunkt der Untersuchung gültig ist. Wer mehr als zwei Monate verspätet zur Hauptuntersuchung erscheint, muss künftig eine vertiefende Hauptuntersuchung durchführen lassen. Diese ist mit einer 20 Prozent höheren Gebühr verbunden. Dafür gilt die Plakette wegen des Wegfalls der Rückdatierung ab Prüfungstag für die volle Frist. [mehr...] Arbeitsrecht Die Abfindung Die arbeitgeberseitige Kündigung eines Arbeitsverhältnisses ist ein einschneidender Vorgang im Leben fast jeden Arbeitsnehmers. Nicht nur die Sorgen durch weniger Geld sondern vor allem die Sorge um einen neuen Arbeitsplatz belasten. Da stellt sich nach Erhalt der Kündigung häufig die Frage: Steht mir eine Abfindung zu? [mehr...] Arbeitsrecht Mehrfache Befristung eines Arbeitsvertrages wegen ständigen Vertretungsbedarfs unterliegt Missbrauchskontrolle Das Bundesarbeitsgericht hat mit Urteil vom 18. Juli 2012 (Az.: 7 AZR 443/09) entschieden, dass die mehrfache nahtlose Befristung eines Arbeitsvertrages wegen ständigen Vertretungsbedarfs grundsätzlich zulässig ist. Der sachliche Grund entfällt nicht dadurch, wenn der Vertretungsbedarf wiederholt oder sogar dauerhaft besteht und der Arbeitgeber ihn dadurch decken könnte, dass er einen Arbeitnehmer unbefristet einstellt. Allerdings ist ein Missbrauch durch aufeinanderfolgende befristete Arbeitsverträge zu vermeiden. [mehr...] Arbeitsrecht Darf der Arbeitgeber bereits am ersten Krankheitstag eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung verlangen? Der Arbeitnehmer ist nach § 5 Abs. 1 S. 1 des Entgeltfortzahlungsgesetzes (EFZG) verpflichtet, seinem Arbeitgeber unverzüglich seine Arbeitsunfähigkeit und deren voraussichtliche Dauer mitzuteilen. Dauert die Arbeitsunfähigkeit länger als drei Kalendertage, muss der Arbeitsnehmer eine ärztliche Bescheinigung über das Bestehen der Arbeitsunfähigkeit sowie deren voraussichtliche Dauer spätestens an dem darauffolgenden Arbeitstag vorzulegen (vgl. § 5 Abs. 1 S. 2 EFZG). [mehr...] Mietrecht Zugang der Betriebskostenabrechnung bei Mietermehrheit Wenn mehrere Mieter eine Wohnung anmieten, stellt sich die Frage, ob allen Mietern die Betriebskostenabrechnung zugehen muss. Der Bundesgerichtshof hat mit Urteil vom 28. April 2010 (Az.: VIII ZR 263/09) entschieden, dass bei Mietermehrheit die Betriebskostenabrechnung nur dem auf Nachzahlung in Anspruch genommenen Mieter zugehen muss. [mehr...] Mietrecht Befristunggrund muss im Zeitmietvertrag konkret angegeben werden – Keine Umdeutung in einen befristeten Kündigungsausschluss Das Amtsgericht Köpenick hatte mit Urteil vom 11. September 2012 (Az. 2 C 127/12) über die Begründungsanforderungen eines Zeitmietvertrages zu entscheiden. Grundlage der Entscheidung war ein Mietvertrag vom 8. Mai 2008, der am 31. Mai 2010 enden sollte. Als Grund für die Befristung wurde im Mietvertrag Eigenbedarf der Vermieterin angegeben. Der Mieter kündigte das Mietverhältnis zum 1. November 2009 mit dreimonatiger Kündigungsfrist und gab die Wohnungsschlüssel ab. Die Vermieterin widersprach der Kündigung unter Bezugnahme auf die vereinbarte Mietzeit. [mehr...] Mietrecht Fristlose Kündigung nach Mietminderung Grundsätzlich kann der Vermieter das Mietverhältnis nicht kündigen, wenn der Mieter wegen Mängeln der Wohnung die Miete mindert. Bei einer berechtigten Mietminderung ist das selbstverständlich, aber auch bei einer überhöhten Minderung gibt es kein Kündigungsrecht, wenn der Mieter nicht schuldhaft vollkommen überhöht gemindert hat. Problematisch wird es allerdings, wenn zwischen Mieter und Vermieter streitig ist, wer den Mangel zu vertreten hat. Denn der Vermieter haftet nicht für Mängel, die der Mieter selbst verursacht hat. [mehr...] Mietrecht Keine Erhöhung der Betriebskostenvorauszahlungen bei fehlerhafter Abrechnung Nach § 560 Abs. 4 BGB kann jede Mietvertragspartei nach einer Abrechnung eine Anpassung der Betriebskostenvorauszahlungen auf eine angemessene Höhe vornehmen. Hierfür genügte nach bisheriger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (BGH) das Vorliegen einer formell ordnungsgemäßen Abrechnung. [mehr...] Mietrecht Wann verjähren Rückzahlungsansprüche wegen Gaspreisüberzahlungen? Die Verjährung des Rückzahlungsanspruchs wegen Gaspreisüberzahlungen unterliegt der regelmäßigen Verjährung von 3 Jahren (§ 195 BGB). Der Bundesgerichtshof (BGH) hat mit Urteil vom 23. Mai 2012 (Az.: VIII ZR 210/11) klargestellt, dass die Verjährung von Rückzahlungsansprüchen wegen Gaspreisüberzahlungen nicht bereits mit den geleisteten Abschlagszahlungen beginnt, sondern erst mit der Erteilung der Jahresabrechnung. [mehr...] Mietrecht Anforderungen an Modernisierungsankündigung dürfen nicht überspannt werden Der Bundesgerichthof (BGH) in seinem Urteil vom 28. September 2011 (Az.: VIII ZR 242/10) klargestellt, dass die Anforderungen an eine nach § 554 Abs. 3 S. 1 BGB erforderliche Modernisierungsankündigung nicht überspannt werden dürfen. [mehr...] Wohneigentumsrecht Kann eine Eigentümergemeinschaft einen Wohnungseigentümer per Mehrheitsbeschluss zu Naturaldiensten wie Treppenhausreinigung, Schneebeseitigung oder Gartenpflege verpflichten? Grundsätzlich kann eine Eigentümergemeinschaft keines ihrer Mitglieder zur persönlichen Vornahme von Treppenhausreinigung, Schneebeseitigung oder Gartenpflege verpflichten. Einzelne Wohnungseigentümer können nicht zur Pflege eines Teils der gemeinschaftlichen Flächen in Eigenleistung verpflichtet werden. Ein dahingehender Mehrheitsbeschluss widerspricht den Grundsätzen ordnungsgemäßer Verwaltung. [mehr...] Mietrecht Wie hoch darf die geforderte Mietkaution sein und muss diese sofort vollständig gezahlt werden? Nach § 551 Abs. 1 BGB darf im Wohnraummietrecht die geforderte Kaution höchstens das Dreifache der auf einen Monat entfallenden Miete ohne die als Pauschale oder als Vorauszahlung ausgewiesenen Betriebskosten betragen. Beträgt beispielsweise die vereinbarte Miete 560 EUR (360 EUR nettokalt, 50 EUR Betriebskostenvorschuss, 50 EUR Heizkostenvorschuss), so darf der Vermieter allenfalls eine Kaution in Höhe von 1.080 EUR (3 x 360 EUR) verlangen. Sofern der Vermieter im Mietvertrag eine höhere Kautionsleistung verlangt, ist diese Vereinbarung gemäß § 551 Abs. 4 BGB unwirksam. [mehr...] Schmerzensgeld wegen Trauer und Schmerz bei Tötung eines Haustieres? Der Bundesgerichtshof (BGH) hat mit Urteil vom 20. März 2012 (Az.: 114/11) entschieden, dass dem Halter eines Haustieres grundsätzlich kein Schmerzensgeldanspruch wegen Trauer und Schmerz bei Verletzung oder Tötung seines Tieres zusteht. In dem zugrunde liegenden Fall hatte eine Tierhalterin neben Schadensersatz wegen entstandener Tierarztkosten auch einen Schmerzensgeldanspruch mit der Begründung geltend gemacht, dass sie durch das Ereignis einen Schockschaden mit schweren Anpassungsstörungen und einer schweren, depressiven Episode erlitten habe. [mehr...] Arbeitsrecht Das Arbeitszeitkonto - Zulässigkeit und Stundenverrechnung Immer häufiger ist es der Wunsch von Arbeitgebern für ihre Arbeitnehmer Arbeitszeitkonten zu führen. Flexible Arbeitszeiten zu Gunsten der Arbeitnehmer aber auch auf Grund saisonal unterschiedlicher Arbeitsauslastung der Unternehmen können zum Beispiel Gründe dafür sein. In Arbeitszeitkonten wird die tatsächlich geleistete Arbeitszeit eines Arbeitnehmers festgehalten und mit der tariflich oder arbeitsvertraglich geschuldeten Arbeitszeit abgeglichen. Allerdings darf ein solches Arbeitszeitkonto im Betrieb nur geführt werden, wenn dies durch Tarifvertrag, Betriebsvereinbarung oder im Arbeitsvertrag bzw. einer Ergänzung dazu vereinbart worden ist. [mehr...] Urheberrecht Schadensersatz aufgrund von Filesharing über den privaten Internetzugang - Haftet Anschlussinhaber für Familienangehörige? Die Frage, ob der Inhaber eines Internetanschlusses grundsätzlich für alle Urheberrechtsverletzungen Dritter haftet, die über seinen Anschluss begangen werden, wird in der Rechtsprechung unterschiedlich beurteilt. [mehr...] Erbrecht Was ist ein "Berliner Testament"? Das sogenannte "Berliner Testament" ist eine besondere Form der Nachlassregelung zwischen Ehepartnern. Es handelt sich um ein gemeinschaftliches Ehegattentestament, bei dem sich die Ehepartner gegenseitig als Erben einsetzen. Die Kinder erhalten vorerst nichts. [mehr...] Arbeitsrecht Überstundenvergütung für Arbeitnehmer mit geringen Einkommen Das Bundesarbeitsgericht hat mit Urteil vom 22. Februar 2012 (Az.: 5 AZR 765/10) entschieden, dass bei Fehlen einer (wirksamen) Vergütungsregelung der Arbeitgeber nach § 612 Abs. 1 BGB verpflichtet ist, geleistete Überstunden zusätzlich zu vergüten, wenn diese den Umständen nach nur gegen eine Vergütung zu erwarten ist. [mehr...] Zivilprozessrecht LG Berlin: Einlegung eines Rechtsmittels gegen ablehnenden Prozesskostenhilfe-Beschluss beinhaltet zugleich Antrag auf Vertagung der Verhandlung Wird ein Antrag auf Prozesskostenhilfe erst im Hauptverhandlungstermin zurückgewiesen und legt die bedürftige Partei bzw. deren Prozessbevollmächtigter dagegen sofort ein Rechtsmittel ein, so hat das Gericht gem. § 337 ZPO die Verhandlung zu vertagen. [mehr...] Urheberrecht Abmahnung wegen illegalem Herunterladen von Film- und Musikwerken in Internet-Tauschbörsen Die Musik- und Filmindustrie geht verstärkt gegen Nutzer von Tauschbörsen aufgrund von Urheberrechtsverletzungen vor. Anschlussinhaber, über deren Internetanschlüsse urheberrechtlich geschützte Musik- und Filmwerke in einer Internet-Tauschbörse illegal heruntergeladen und widerrechtlich zum Download angeboten wurden, werden meist zur Abgabe einer strafbewehrten Unterlassungs- und Verpflichtungserklärung aufgefordert und die Kosten der Rechtsverfolgung zu übernehmen. Die geforderten Kosten belaufen sich nicht selten im vierstelligen Bereich. [mehr...] Fluggastrechte Fluggastrechte bei Nichtbeförderung, Annullierung oder großer Verspätung eines Fluges Seit dem 17. Februar 2005 ist die EG-Verordnung Nr. 261/2004 in Kraft. Sie regelt die Fluggastrechte bei Flügen, die von einer EG-Fluggesellschaft durchgeführt werden sollten oder von Fluggesellschaften, die von, nach, oder innerhalb von EG-Gebiet fliegen. Die Verordnung umfasst auch Flüge mit sogenannten Billigfliegern. Die Verordnung ist in allen Mitgliedsstaaten unmittelbar geltendes Recht, so dass jeder EU-Bürger Ansprüche aus der Verordnung vor nationalen Gerichten einklagen kann. [mehr...] Fluggastrechte Abgrenzung zwischen Verspätung und Annullierung eines Fluges Bei einem Zeitablauf von 22 Stunden zwischen geplantem und tatsächlichen Abflug ist nicht mehr von einer Verspätung, sondern von einer Annullierung des ursprünglichen Fluges auszugehen (AG Frankfurt, Az.: 30 C 1726/06-75). [mehr...] Fluggastrechte Gilt die EG-Fluggastverordnung auch in der Schweiz? Seit dem 17. Februar 2005 ist die EG-Verordnung Nr. 261/2004 in Kraft. Danach kann bei Nichtbeförderung wegen Überbuchung oder Annullierung des Fluges wahlweise ein Anspruch auf Erstattung des Ticketpreises, frühestmöglichen kostenlosen Rückflug zum Abflugort bzw. frühestmögliche Beförderung zum Zielort oder die Beförderung zum Zielort zum Wunschtermin (sofern Plätze frei sind) und ein pauschaler Entschädigungsanspruch. Gilt dies auch für die Schweiz, obwohl sie kein EU-Mitgliedstaat ist? [mehr...] Fluggastrechte Welche Ansprüche hat der Fluggast bei Verlust, Beschädigung oder Verspätung seines Gepäcks? Verlust, Verspätung oder Beschädigung bei der Gepäckbeförderung sind neben Annullierungen und Verspätungen von Flügen die am häufigsten aufgetretenen Probleme mit denen sich Flugreisende konfrontiert sehen. Welche Rechte hat man als Passagier? [mehr...] Fluggastrechte Platzen eines Flugzeugreifens ist kein außergewöhnlicher Umstand im Sinne der EG-Fluggastverordnung Das für den Flughafen Berlin-Schönefeld örtlich zuständige Amtsgericht Königs Wusterhausen hatte mit Urteil vom 31. Mai 2011 (Az.: 20 C 84/11) entschieden, dass das Platzen eines Reifens bei der Landung keinen außergewöhnlichen Umstand im Sinne der EG-Fluggastverordnung Nr. 261/2004 darstellt. [mehr...] Fluggastrechte Haftet eine Fluggesellschaft, wenn Passagiere wegen einer Verspätung ihren Anschlussflug verpassen? Der Bundesgerichtshof (BGH) hat mit Beschluss vom 13. März 2012 (Az.: X ZR 127/11) ein Verfahren ausgesetzt, in dem er sich mit der Frage zu beschäftigen hatte, ob eine Fluggesellschaft Passagiere entschädigen muss, wenn diese wegen einer Verspätung ihren Anschlussflug verpassen. Die Vorinstanzen hatten die Ansprüche des Fluggastes zurückgewiesen. Sie vertreten die Auffassung, dass einem Fluggast, der einen Flug wegen eines verspäteten Zubringerfluges verpasst, kein Anspruch auf eine Ausgleichszahlung nach der EU-Fluggastverordnung zusteht, da Zubringerflug und Anschlussflug grundsätzlich isoliert zu betrachten sind (vgl. AG Wedding, Urteil vom 31.03.2011, Az.: 8a C 10/10 und LG Berlin, Urteil vom 20.09.2011, Az.: 85 S 113/11). [mehr...] Fluggastrechte Verspätung bei Zwischenlandung ist für Ausgleichsanspruch unbeachtlich Eine ausgleichspflichtige Verspätung liegt vor, wenn der Fluggast wegen eines verspäteten Fluges einen Zeitverlust von mehr als 3 Stunden erlitten hat und auch das Endziel nicht früher als 3 Stunden nach der ursprünglich geplanten Ankunftszeit erreicht. Es muss neben der Ankunfts- auch eine Abflugverspätung vorliegen. Der Ausgleichsanspruch beträgt 250 EUR (bei Flugstrecken bis 1.500 km), 400 EUR (für weitere Strecken innerhalb der EG oder bis 3.500 km) bzw. 600 EUR bei Flugstrecken über 3.500 km. Fraglich ist aber, ob ein Fluggast den Ausgleichsanspruch auch geltend machen kann, wenn der Start am Abflughafen pünktlich erfolgte, aber eine große Verspätung infolge einer Zwischenlandung eintritt. [mehr...] Fluggastrechte Fluggäste müssen über Annullierung des gebuchten Fluges rechtzeitig informiert werden Das Landgericht Frankfurt/Main hat mit Urteil vom 1. September 2011 (Az.: 2-24 S 92/11) entschieden, dass Fluggesellschaften den Passagier direkt über die Annullierung informieren müsse. Es reicht nicht aus, wenn die Airline den Reiseveranstalter einer Pauschalreise, über den der Flug gebucht wurde, rechtzeitig in Kenntnis setzt. Das Gericht begründete seine Entscheidung damit, dass der Reiseveranstalter kein Empfangsvertreter bzw. Wissensvertreter des Fluggastes ist. [mehr...] Baurecht Beweisvereitelung durch unterlassene Mitwirkung Unterlässt eine Partei die ihr zumutbaren Schritte gegen einen Dritten zur Durchsetzung der Duldung einer Begutachtung, so steht dies der Vereitelung der Beweisaufnahme gleich. [mehr...] Wohneigentumsrecht Gehören Holzdielen zum Sonder- oder Gemeinschaftseigentum? Decken, Böden, Bodenbalken und -platten sowie Dämmschichten sind als konstruktive Bestandteile zwingend Gemeinschaftseigentum. Lediglich der innerhalb des Sondereigentums verlegte Bodenbelag (z.B. Teppich, Fliesen Parkett) ist dem Sondereigentum zuzuordnen (BayObLG, Beschluss vom 15.1.1980, Az.: 2 Z 80/78; Beschluss vom 16.12.1993, 2Z BR 113/93; Beschluss vom 17.12.1993, 2Z BR 105/93; OLG Köln, Beschluss v. 9.1.1976, Az.: 16 Wx 175/75). [mehr...] Wohneigentumsrecht Zur Auslegung von Gemeinschaftsordnungen Die Gemeinschaftsordnung regelt die rechtlichen Beziehungen der Wohnungseigentümer untereinander. In ihr werden neben Sondernutzungsrechten, das Stimmrecht und der Stimmanteil in der Eigentümerversammlung festgelegt sowie die Kostenverteilung bestimmt. In der Gemeinschaftsordnung kann auch die Untersagung gewerblicher oder beruflicher Tätigkeiten festgelegt werden, ebenso kann ein generelles Tierhaltung- oder Musizierverbot ausgesprochen werden. [mehr...] Wohneigentumsrecht Keine Anwendung der Kündigungssperrfrist bei Realteilung Der Bundesgerichtshof (BGH) hat mit Urteil vom 23. Juni 2010 (Az.: VIII ZR 325/09) entschieden, dass die für die Begründung von Wohnungseigentum an vermieteten Wohnräumen geltenden Bestimmungen der §§ 577, 577a BGB auch auf die Realteilung eines mit zu Wohnzwecken vermieteten Zweifamilienhäusern bebauten Grundstücks entsprechende Anwendung finden (Fortführung von BGH, Urteil vom 28. Mai 2008, Az.: VIII ZR 126/07 in: NZM 2008, 569). [mehr...] Wohneigentumsrecht Zur Anfechtbarkeit von WEG-Beschlüssen bei planmäßigem Verstoß gegen den Grundsatz der Nichtöffentlichkeit Ein planmäßiger Verstoß gegen den Grundsatz der Nichtöffentlichkeit einer WEG-Versammlung führt auch dann zur Anfechtbarkeit der Beschlüsse, wenn die Anwesenheit Dritter weder vor noch in der Versammlung gerügt wird. Bei einem planmäßigen Verstoß gegen das Prinzip der Nichtöffentlichkeit kommt es nicht darauf an, ob sich eine Ursächlichkeit des Verstoßes für das Abstimmungsergebnis feststellen lässt. [mehr...] Wohneigentumsrecht Sachenrechtsbereinigung: Verjährung droht zum 31. Dezember 2011 Auch über 20 Jahre nach der Wiedervereinigung sind eine Vielzahl zu DDR-Zeiten begründeter Rechtsverhältnisse über die Nutzung von Grundstücken noch ungeklärt. Zum Jahresende 2011 verjähren die Sachenrechtsbereinigungsansprüche von ostdeutschen Grundstücksnutzern. Das Sachenrechtsbereinigungsgesetz (SachenRBerG) regelt u.a. die Rechtsverhältnisse an Grundstücken auf denen zu DDR-Zeiten Wochenendhäuser (sog. Datschen) mit Billigung staatlicher Stellen zu Wohnhäusern umgebaut wurden. [mehr...] Wohneigentumsrecht Anspruch des Wohnungseigentümers auf Einsicht ins Protokoll der WEG-Versammlung vor Ablauf der Anfechtungsfrist Über die in der Eigentümerversammlung gefassten Beschlüsse ist eine Niederschrift aufzunehmen. Dem Wohnungseigentümer ist spätestens eine Woche vor Ablauf der einmonatigen Anfechtungsfrist Einsichtnahme in das Protokoll zu ermöglichen. Der Verwalter ist aber grundsätzlich nur zur Einsicht verpflichtet, nicht aber zur Herstellung von Abschriften und zur Versendung des Protokolls an die Eigentümer. [mehr...] Mietrecht BGH setzt seine Rechtsprechung zur Unwirksamkeit von Farbwahlklauseln im Mietvertrag fort Der Bundesgerichtshof (BGH) hat sich in seinem Urteil vom 22. Februar 2012 (Az.: VIII ZR 205/11) erneut mit der Auslegung von Farbwahlklauseln in Mietverträgen beschäftigt. [mehr...] Mietrecht Mieter kann vom Vermieter keine Modernisierung verlangen Der Bundesgerichtshof (BGH) hat mit Urteil vom 16. Dezember 2011 (Az.: VIII ZR 10/11) entschieden, dass Vermieter nicht zur Modernisierung einer Mietwohnung verpflichtet ist. In dem entscheidenden Fall ging es um eine vom Mieter bewohnte Dreizimmerwohnung, die noch mit Kachelöfen ausgestattet war. [mehr...] Mietrecht Heizkosten müssen nach Verbrauch abgerechnet werden Der Bundesgerichtshof (BGH) hat mit Urteil vom 1. Februar 2012 (Az.: VIII ZR 156/11) die Rechte der Mieter bei der Heizkostenabrechnung gestärkt. Er erklärte die Abrechnung nach dem Abflussprinzip für unzulässig, da sie den Vorgaben der Heizkostenabrechnung nicht entspricht. Vielmehr dürfe nur nach dem Leistungsprinzip abgerechnet werden, d.h. nach dem tatsächlich angefallenen Verbrauch. [mehr...] Mietrecht Eigenbedarfskündigung - Keine überspannten Begründungsanforderungen an den Vermieter Der Bundesgerichtshof (BGH) hat mit Urteil vom 13. Oktober 2010 (Az.: VIII ZR 78/10) klargestellt, dass die Kündigung wegen Eigenbedarfs zugunsten des eigenen Kindes zulässig ist, wenn das Kind einen eigenen Hausstand gründen will und er die gegenwärtigen Wohnverhältnisse des Kindes nicht darlegen muss. Der Wunsch des Vermieters, seinem Kind die Begründung eines eigenen Hausstands in einer dafür geeigneten Wohnung zu ermöglichen, ist - so der BGH - ein vernünftiger und nachvollziehbarer Grund für den Eigenbedarf. Wie das Kind gegenwärtig im elterlichen Haushalt untergebracht ist, spielt für die Beurteilung des Eigenbedarfs keine Rolle. [mehr...] Mietrecht Inhaltlich korrekte Betriebskostenabrechnung ist Voraussetzung für die Anpassung von Betriebskostenvorauszahlungen Grundsätzlich kann jede Mietvertragspartei nach einer Betriebskostenabrechnung eine Anpassung der Vorauszahlungen auf eine angemessene Höhe verlangen (§ 560 Abs. 4 BGB). Bislang genügte nach Ansicht des Bundesgerichtshofs für eine Erhöhung, dass der Vermieter eine formell ordnungsgemäße Betriebskostenabrechnung erstellt hat. Der für Wohnraummietrecht zuständige VIII. Zivilsenat hat nunmehr erklärt, dass er an seiner bisherigen Rechtsprechung nicht mehr festhält und entschied, dass der Vermieter nach einer Betriebskostenabrechnung zur Anpassung von Vorauszahlungen nur insoweit berechtigt ist, als sie auf einer inhaltlich korrekten Abrechnung beruht. [mehr...] Mietrecht BGH stärkt Vermieterrechte bei Sozialwohnungen Der Bundesgerichtshof hat mit einem Urteil vom 9. Mai 2012 (Az.: VIII ZR 327/11) die Rechte von Vermietern erheblich gestärkt. Die Richter entschieden, dass im preisgebundenen Wohnraummietrecht die Schutzvorschrift des § 569 Abs. 3 Nr. 3 BGB nicht anwendbar ist. [mehr...] Mietrecht Rechtliche Bewertung der Vermietung von Wohnraum an Feriengäste Es zeigt sich, dass die Vermietung an täglich oder wöchentlich wechselnde Gäste in Wohnhäusern häufig mit erheblichen Störungen der übrigen Mieter verbunden ist. Viele Mieter fühlen sich in ihrem Wohlbefinden gestört. Sie klagen nicht nur über Lärmbelästigungen beim Ein- und Ausziehen der Feriengäste, sondern auch darüber, dass die Gäste in der Regel später und lautstärker in die Wohnung zurückkommen als berufstätige Bewohner. Der ständige Besucherwechsel ändere auch den Hauscharakter und erhöhe die Anonymität zwischen den Nachbarn. Die Mieter befürchten auch eine Erhöhung der Nebenkosten, weil Feriengäste in der Regel einen Pauschalpreis zahlen und deshalb keinen Anreiz zum sparsamen Heizen und Wasserverbrauch haben. Ein weiteres Problem ist die Wohnraumverknappung für Mieter, die eine Wohnung zum dauerhaften Bezug suchen, wenn immer mehr Wohnungen zu Ferienwohnungen umgestaltet werden. [mehr...] Mietrecht Zur (Un)wirksamkeit von Schönheitsreparaturklauseln Die Frage, ob und in welchem Umfang vom Mieter bei Beendigung des Mietverhältnisses Schönheitsreparaturen vorgenommen werden müssen, ist eines der häufigsten Streitpunkte zwischen Vermieter und Mieter. Aufgrund der mieterfreundlichen Rechtsprechung der vergangenen Jahre berufen sich viele Mieter auf die Unwirksamkeit der sog. Schönheitsreparaturklauseln. [mehr...] Mietrecht Betriebskosten: Abrechnungszeitraum kann einvernehmlich verlängert werden Bisher hatte sich in der Instanzrechtsprechung und im Schrifttum die Rechtsauffassung durchgesetzt, dass eine vertragliche Verlängerung des einjährigen Betriebskosten-Abrechnungszeitraums unzulässig sei. Eine solche Regelung stelle eine für den Mieter nachteilige Regelung dar, die gemäß § 556 Abs. 3 Satz 1 iVm. Abs. 4 BGB unwirksam sei. [mehr...] Mietrecht Betriebskosten: Dürfen Kosten der Dachrinnenreinigung im Rahmen der Betriebskostenabrechnung umgelegt werden? Bei den Kosten der Dachrinnenreinigung handelt es sich um Betriebskosten und nicht um vorbeugende Instandsetzungskosten, die nicht auf den Mieter abgewälzt werden können. Sie können als 'sonstige Betriebskosten' nach § 2 BetrKVO (früher Nr. 17 der Anlage 3 zu § 27 II. BV) auf den Mieter umgelegt werden. 'Sonstige Betriebskosten' sind jedoch nur umlagefähig, wenn die Umlegung dieser Kosten im Einzelnen ausdrücklich mit dem Mieter vereinbart worden ist (BGH, Urteil vom 7. April 2004, Az.: VIII ZR 167/03). [mehr...] Mietrecht Betriebskosten: Dürfen Sperrmüllkosten im Rahmen der Betriebskostenabrechnung umgelegt werden, die durch illegal abgestellten Müll entstehen? Der Bundesgerichtshof (BGH) hat mit Urteil vom 13. Januar 2010 (Az.: VIII ZR 137/09) entschieden, dass Aufwendungen zur Beseitigung von Müll von den Gemeinschaftsflächen des Mietobjekts auch dann zu den umlagefähigen Kosten der Müllentsorgung gehören, wenn sie durch rechtswidrige Handlungen Dritter ausgelöst worden sind. Sperrmüllkosten dürfen im Rahmen der Betriebskostenabrechnung auf sämtliche Mieter umgelegt werden, wenn einzelne Mieter oder Passanten Sperrmüll unerlaubt zurückgelassen haben. Die Kosten müssen nicht jährlich entstehen. Es reicht aus, dass sie laufend dadurch entstehen, dass Mieter unberechtigt Müll abstellen. Es handelt sich um wiederkehrende Kosten der Müllbeseitigung. [mehr...] Mietrecht Umlage von Centermanager-, Verwaltungs- und Hausmeisterkosten muss hinreichend bestimmt sein Der Bundesgerichtshof (BGH) hat sich erneut mit der Umlage von Centermanager-, Verwaltungs- und Hausmeisterkosten beschäftigt. Mit Urteil vom 26. September 2012 (Az.: XII ZR 112/10) haben die obersten Bundesrichter entschieden, dass die formularmäßige Übertragung nicht näher aufgeschlüsselter Kosten eines "Centermanagers" den Mieter eines in einem Einkaufszentrum belegenen Ladenlokals unangemessen benachteiligt und daher unwirksam ist. Allerdings werde die Wirksamkeit einer daneben vereinbarten Übertragung von Kosten der „Verwaltung“ dadurch nicht berührt (Fortführung des Senatsurteils vom 3. August 2011, Az.: XII ZR 205/09). [mehr...] Mietrecht Center-Management-Kosten müssen konkret aufgeschlüsselt werden Der Bundesgerichtshof (BGH) hat mit Urteil vom 3. August 2011 (Az.: XII ZR 205/09) entschieden, dass eine formularmäßige Klausel eines Gewerbemietvertrages, die dem Mieter zu den Kosten der 'Verwaltung' zusätzlich nicht näher aufgeschlüsselte Kosten des 'Center-Managements' auferlegt, intransparent und somit unwirksam ist (§ 307 Abs.1 BGB). Das Gericht ist der Ansicht, dass diese Kosten nicht wirksam auf den Mieter umgelegt werden können, wenn der Umfang der durch den 'Center-Manager' zu ergreifenden Maßnahmen weder vertraglich eingegrenzt ist. Auch die - in der streitgegenständlichen Klausel verwendeten - Begriffe eines allgemein 'Ortsüblichen oder Notwendigen' ermöglichen nach Ansicht der Karlsruher Richter keine klare Abgrenzung. Die hierunter entstehenden Kosten können auch nicht im Groben abgeschätzt werden und sind daher intransparent. [mehr...] Mietrecht Mangelbeseitigungsanspruch ist während der Mietzeit unverjährbar Der Bundesgerichtshof (BGH) hat mit Urteil vom 17. Februar 2010 (Az.: VIII ZR 104/09) entschieden, dass der Anspruch des Mieters gegen den Vermieter auf Mangelbeseitigung während der Mietzeit nicht verjähren kann. [mehr...] Mietrecht Kein Anspruch auf Auskunft über Höhe der tatsächlichen Betriebskosten bei Betriebskostenpauschale Der Bundesgerichtshof (BGH) hat mit Urteil vom 16. November 2011 (Az.: VIII ZR 106/11) entschieden, dass dem Mieter aus § 242 BGB grundsätzlich weder ein Anspruch auf Auskunft über die Höhe der von einer vereinbarten Nebenkostenpauschale erfassten Betriebskosten zusteht noch ein Recht auf Belegeinsicht. Aus Sinn und Zweck der Vereinbarung einer Nebenkostenpauschale ergebe sich nämlich, dass ein Mieter nicht jederzeit Auskunft über die Höhe der betreffenden Nebenkosten verlangen soll. Ein Auskunftsanspruch komme nur ausnahmsweise in Betracht, wenn konkrete Anhaltspunkte für eine nachträgliche Ermäßigung der Betriebskosten bestehen, wobei Ermäßigungen einzelner Betriebskosten nicht relevant sind, wenn sie durch Erhöhungen anderer Nebenkostenpositionen wieder ausgeglichen werden. [mehr...] Mietrecht Die Angabe des richtigen Mietspiegelfeldes als formelle Voraussetzung eines Mieterhöhungsverlangens Häufig stellt sich die Frage, welche Begründungserfordernisse an ein Mieterhöhungsverlangen zu stellen sind, das auf einen qualifizierten Mietspiegel (§ 558 d BGB) gestützt ist. Ursprünglich gingen die Instanzgerichte von einer formellen Unwirksamkeit des Mieterhöhungsverlangens bei Angabe eines falschen Mietspegelfeldes aus (LG Berlin, Az.: 62 S 154/06 in: GE 2007, 988; LG Berlin, Urt. v. 14.07.2005, Az.: 62 S 120/05; AG Mitte, Urt. v. 21.04.2006, Az.: 9 C 521/05; AG Schöneberg, Urt. v. 4.08.2006, Az.: 19 C 483/05 in: ME 321/2007, S. 30). [mehr...] Mietrecht Darf der Vermieter Ablesewerte ungeeichter Geräte in der Betriebskostenabrechnung verwenden? Nach § 25 Abs. 1 Nr. 1 a des Eichgesetzes (EichG) ist es verboten, Messgeräte zur Verbrauchserfassung ungeeicht im geschäftlichen Verkehr zu verwenden. Es wurde daher in der Instanzrechtsprechung vertreten, dass durch die Verwendung ungeeichter Zähler eine verbindliche Verbrauchserfassung nicht erfolgen kann und die Ablesewerte nicht verwendet werden dürfen. [mehr...] Mietrecht Kleine Schimmelflecken stellen keinen zur Mietminderung berechtigenden Mangel dar Das Landgericht Berlin hat mit Urteil vom 13. Oktober 2011 (Az.: 67 S 91/10) entschieden, dass kleine Schimmelpunkte auf einer Fläche von etwa 1 Quadratmeter an der Schlafzimmerwand nicht zwangsläufig eine Minderung des vertragsgemäßen Gebrauchs einer Wohnung darstellen. [mehr...] Vertragsrecht Energieversorgungsvertrag mit Sonderpreiskonditionen berechtigt und verpflichtet beide Ehepartner, auch wenn er nur von einem Ehepartner abgeschlossen wurde Erneut wurde die GASAG zur Rückzahlung von Überzahlungen aufgrund unwirksamer Preisanpassungsklauseln verurteilt. Geklagt hatten Sondertarifkunden (Tarif 'GASAG-Vario 2'). Es handelte sich nicht um einen Tarif- bzw. Grundversorgungsvertrag, sondern um einen 'Erdgasversorgungsvertrag mit Sonderpreiskonditionen'. Obwohl nur der Ehemann den Energieversorgungsvertrag mit der GASAG abgeschlossen hatte, wurde die Klage durch beide Ehepartner erhoben. Die GASAG war der Auffassung, dass die Ehefrau nicht aktivlegitimiert ist, da nur der Ehemann Vertragspartner war. Das Gericht wies darauf hin, dass der Ehepartner durch den Abschluss des Energieversorgungsvertrages mit der GASAG gemäß § 1357 Abs. 1 S. 2 BGB berechtigt und verpflichtet wurde. Bei einem Energieversorgungsvertrag handelt es sich entgegen der Auffassung der GASAG um ein Geschäft zur angemessenen Deckung des Lebensbedarfs der Familie. [mehr...] Abofalle 'Gewerbeauskunft-Zentrale' Seit Längerem verschickt ein Düsseldorfer Unternehmen an kleine und mittelständische Unternehmen in Deutschland, vereinzelt auch Verbraucher, Formulare mit der Überschrift 'Gewerbeauskunft-Zentrale', die auf den ersten Blick einen behördlichen Eindruck hinterlassen. Viele Empfänger gehen aufgrund der optischen Aufmachung von einem Schreiben des örtlichen Gewerbeamtes aus. In Wahrheit steckt dahinter kein hoheitliches Verzeichnis, sondern ein Privatunternehmen, welches sich an Gewerbetreibende wendet, um diese in ein kostenpflichtiges Internetverzeichnis aufzunehmen. Das Formular enthält nach hiesiger Auffassung eklatante Täuschungs- und Irreführungsaspekte. [mehr...] Verkehrsrecht Achtung Wild! Sie geschehen überall und auch zu jeder Jahreszeit - Wildunfälle. In der Brunftzeit der Wildtiere von Oktober bis Januar und in der Zeit der Revierkämpfe von April bis Juni, besonders in der Morgen- und Abenddämmerung besteht erhöhte Gefahr von Wildwechsel. In Deutschland werden besonders gefährdete Stellen mit dem Verkehrszeichen 142 gekennzeichnet. Manch ein Beifahrer sagt beim Anblick lächelnd: 'Vorsicht Hirsche!' Doch lustig ist dies keinesfalls. Wer den unfreiwilligen Kontakt mit einem plötzlich auf der Fahrbahn auftauchenden Tier schon einmal erlebt hat, weiß, dass dies meist ein einschneidendes negatives Erlebnis ist. [mehr...] Verkehrsrecht Welche Strafe droht bei Fahrerflucht? Die Straferwartung bei unerlaubtem Entfernen vom Unfallort (Fahrerflicht) ist in § 142 StGB geregelt. Diese Norm bestimmt, dass jeder Unfallbeteiligte mit einer Freiheitsstrafe bis zu 3 Jahren oder mit Geldstrafe bestraft werden kann, der sich nach einem Unfall im Straßenverkehr vom Unfallort entfernt, bevor er zugunsten der anderen Unfallbeteiligten und der Geschädigten die Feststellung seiner Person, seines Fahrzeugs und der Art seiner Beteiligung durch seine Anwesenheit und durch die Angabe, dass er an dem Unfall beteiligt ist, ermöglicht hat oder eine nach den Umständen angemessene Zeit gewartet hat, ohne dass jemand bereit war, die Feststellungen zu treffen. [mehr...] Arbeitsrecht Zugang einer Kündigung des Arbeitgebers an Ehegatten außerhalb der Wohnung Kündigungen entfalten als empfangsbedürftige Willenserklärungen ihre Wirksamkeit erst, wenn sie dem Kündigungsempfänger zugegangen sind. Sie sollten daher unbedingt nachweisbar zugestellt werden, da sonst unter Umständen bei fehlendem Nachweis und Bestreiten des Empfangs die Beendigungswirkung nicht erreicht wird. Dies gilt nicht nur im Arbeitsrecht, sondern generell für alle Kündigungen. Der Kündigende ist im Streitfall beweispflichtig, dass die Kündigung ihren Empfänger erreicht hat. Das Risiko der Übermittlung und des Zuganges trägt der Kündigende allein. [mehr...] Arbeitsrecht Keine Arbeitnehmerhaftung bei leichter Fahrlässigkeit Die Haftung eines Arbeitnehmers gegenüber dem Arbeitgeber im Rahmen eines Arbeitsverhältnisses ist beschränkt. Diese Beschränkung bezieht sich auf Arbeiten, die durch den Betrieb veranlasst worden sind und aufgrund eines Arbeitsverhältnisses geleistet werden, auch wenn diese Arbeiten nicht gefahrgeneigt sind. Eine Haftung für Schäden, die vom Arbeitnehmer leicht fahrlässig herbeigeführt wurden, besteht nicht. [mehr...] Bankrecht Keine Kontoführungsgebühr für Darlehenskonten Der Bundesgerichtshof (BGH) hat mit Urteil vom 7. Juni 2011 (Az.: XI ZR 388/10) entschieden, dass in Allgemeinen Darlehensbedingungen eine Klausel, die dem Darlehensnehmer die Bezahlung einer monatlichen Kontoführungsgebühr auferlegt, unwirksam ist. [mehr...] Steuerrecht Aktenversendungspauschale unterliegt der Mehrwertsteuer Der Bundesgerichtshof (BGH) hat mit Urteil vom 6. April 2011 (Az.: IV ZR 232/08) entschieden, dass die Inrechnungstellung der vom Rechtsanwalt verauslagten Aktenversendungspauschale der Mehrwertsteuer (Umsatzsteuer) unterliegt und nicht lediglich ein durchlaufender Posten ist. Die auf die übliche Pauschale für die Versendung von Gerichtsakten entfallende Umsatzsteuer zählt daher zur vergesetzlichen Vergütung des Rechtsanwalts, die der Rechtsschutzversicherer seinem Versicherungsnehmer zu erstatten hat. [mehr...] Kaufrecht Nacherfüllung durch 'Lieferung einer mangelfreien Sache' erfasst auch Ausbau und Abtransport der mangelhaften Sache Der für das Kaufrecht zuständige VIII. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs (BGH) hat mit Urteil vom 21. Dezember 2011 (Az.: VIII ZR 70/08) entschieden, dass in richtlinienkonformer Auslegung des § 439 Abs. 1 BGB die Nacherfüllung durch 'Lieferung einer mangelfreien Sache' auch den Ausbau und Abtransport der mangelhaften Kaufsache erfasst. [mehr...] Markenrecht Ist die BGB-Gesellschaft (GbR) markenrechtsfähig? Früher wurde vertreten, dass die BGB-Gesellschaft nicht markenrechtsfähig ist (BGH, Urteil vom 24. Februar 2000, Az.: I ZR 168/97 - 'Ballermann 6'). Nachdem der II. Zivilsenat des BGH mit Urteil vom 29. Januar 2001 (Az.: II ZR 331/00) entschieden hat, dass die (Außen-)GbR Rechtsfähigkeit besitzt, soweit sie durch Teilnahme am Rechtsverkehr eigene Rechte und Pflichten begründet, wurde auch davon ausgegangen, dass § 7 Nr. 3 Markengesetz (MarkenG) der Eintragung einer (Außen)-GbR als Inhaberin einer Marke in das Markenregister nicht entgegensteht (BPatG, Beschluss vom 16. August 2004, AZ: 25 W (pat) 232/03). Die Markenrechtsfähigkeit der BGB-Gesellschaft ist nunmehr allgemein anerkannt. [mehr...] Markenrecht Wie lange ist eine eingetragene Marke geschützt? Die Schutzdauer einer eingetragenen Marke beträgt gemäß § 47 Abs. 1 Markengesetz (MarkenG) zehn Jahre. Sie beginnt mit dem Anmeldetag. Die Schutzdauer kann jeweils um zehn Jahre verlängert werden (§ 47 Abs. 2 MarkenG). [mehr...] Markenrecht Wie lange kann Widerspruch gegen eine identische oder ähnliche Marke eingelegt werden? Der Inhaber einer Marke oder einer geschäftlichen Bezeichnung mit älterem Zeitrang kann gemäß § 42 Markengesetz (MarkenG) innerhalb einer Frist von 3 Monaten nach dem Tag der Veröffentlichung der Markeneintragung beim Deutschen Marken und Patentamt (DMPA) Widerspruch gegen die Eintragung erheben, wenn sie mit der angemeldeten oder eingetragenen Marke mit älterem Zeitrang identisch oder ähnlich ist. [mehr...] Gewerblicher Rechtsschutz Kann ein Lizenzvertrag fristlos gekündigt werden? Der Lizenzvertrag ist ein Dauerschuldverhältnis. Das Recht zur außerordentlichen Kündigung ergibt sich aus § 314 BGB. Nicht jede Vertragsverletzung reicht aus. Voraussetzung ist vielmehr ein wichtiger Grund. Es ist also ein schwerwiegender Vertragsverstoß erforderlich, der die Vertragsfortsetzung unzumutbar macht. Typische Kündigungsgründe sind u.a. die wiederholte Verletzung der dem Lizenznehmer obliegenden Pflicht zur Rechnungslegung über die getätigten lizenzpflichtigen Umsätze oder Verstöße des Lizenznehmers gegen Qualitätsstandards. [mehr...] Gewerblicher Rechtsschutz Rechte und Pflichten von Lizenzgeber und -nehmer Die Lizenzierung ist eine der wichtigsten Möglichkeiten der wirtschaftlichen Verwertung von gewerblichen Schutzrechten. Lizenzen können insbesondere an technischen Schutzrechten wie Patenten und Gebrauchsmustern sowie an Marken, Geschmacksmustern und Urheberrechten verliehen werden. Da eine umfassende gesetzliche Regelung des Lizenzvertrages fehlt und er nur teilweise in Spezialgesetzen erwähnt ist, kommt es im Wesentlichen darauf an, was die Vertragsparteien konkret geregelt haben. [mehr...] Wird der Lizenzvertrag bei Insolvenz des Lizenzgebers fortgeführt? Im Falle der Insolvenz des Lizenzgebers, stellt sich für den Lizenznehmer regelmäßig die Frage, ob bzw. wie der Lizenzvertrag fortgeführt wird. Lizenzverträge unterfallen grundsätzlich § 103 Insolvenzordnung (InsO). Danach hat der Insolvenzverwalter ein Wahlrecht zwischen Erfüllung und Ablehnung der Erfüllung. Aufgrund der fehlenden Insolvenzfestigkeit steht die Fortführung des Lizenzvertrages mit Eintritt der Insolvenz zur Disposition. [mehr...] Patentrecht Was ist eine Lizenzbereitschaftserklärung? Als Lizenzbereitschaftserklärung bezeichnet man eine Erklärung des Patentinhabers gegenüber dem Patentamt, dass die Bereitschaft besteht, Dritten zu angemessenen Bedingungen eine Patentlizenz zu erteilen. Die Lizenzbereitschaftserklärung ist in § 23 Patentgesetz (PatG) gesetzlich normiert. [mehr...] Vereinsrecht Wahl und Funktionsverteilung des Vorstandes Der Vorstand ist grundsätzlich durch die Mitgliederversammlung einzeln zu wählen. Findet keine Wahl von Einzelpersonen, sondern eine Abstimmung über eine einzelne Liste (Blockwahl) statt, so ist dies eine Sonderform des Mehrheitswahlrechts. [mehr...] Allgemeines Zivilrecht Zu den Anforderungen an die Widerrufsbelehrung eines vertraglich eingeräumten Widerrufsrechts Besteht - z.B. mangels Haustürsituation - kein gesetzliches Widerrufsrecht, so ist zu prüfen, ob die Vertragsparteien ggf. ein vertragliches Widerrufsrecht vereinbart haben. Auch für ein solches vertragliches Widerrufsrecht gelten bezüglich der Widerrufsbelehrung die allgemeinen Vorschriften. Die Widerrufsfrist gemäß §§ 312, 355 Abs. 3 Satz 2 BGB beginnt erst, wenn der Vertragspartner ordnungsgemäß über sein Widerrufsrecht belehrt worden ist. Nach § 14 Abs. 3 BGB-InfoV muss die Widerrufsbelehrung, sofern der Unternehmer nicht die Muster der Anlage 2 oder 3 verwendet, in der Belehrung den Namen und die ladungsfähige Anschrift des Widerrufsempfängers enthalten (Landgericht Potsdam, Beschluss vom 8. Januar 2010, Az.: 13 T 100/09). [mehr...] Allgemeines Zivilrecht Allgemeine Überwachungsmaßnahmen zur Verhinderung von Besitzstörungen durch Falschparker sind nicht erstattungsfähig Das unbefugte Parken eines Fahrzeugs auf einem Privatgrundstück stellt eine verbotene Eigenmacht (§ 858 Abs. 1 BGB) dar, derer sich der Grundstücksbesitzer sich durch das Abschleppenlassen des Fahrzeugs erwehren kann. Der Bundesgerichtshof (BGH) hat mit Urteil vom 2. Dezember 2011 (Az.: V ZR 30/11) entschieden, dass zu den erstattungsfähigen Kosten zwar die Kosten des Abschleppens sowie sämtliche Kosten, die im Zusammenhang mit der Vorbereitung des Abschleppvorgangs entstehen, zählen. Nicht erstattungsfähig sind allerdings die Kosten, die nicht der Beseitigung der Besitzstörung dienen, sondern im Zusammenhang mit deren Feststellung angefallen sind. [mehr...] Zivilrecht Wann beginnt die Verjährung des Auskunftsanspruchs des Treugebers gegen den Treuhänder? Grundsätzlich hat der Treugeber einen Auskunftsanspruch gegen den Treuhänder hinsichtlich aller Fragen, die das Treuhandverhältnis betreffen. Der Treuhänder unterliegt den weitreichenden Informationspflichten des § 666 BGB, weil er fremdnützig im Rechtskreis des Auftraggebers tätig wird und deshalb dessen Interessen wahrzunehmen hat. [mehr...] Kindergeld für volljährige Kinder jetzt einkommensunabhängig Die letzte Erhöhung des Kindergeldes erfolgte zum 01.01.2010 und zwar um 20 Euro. Seitdem haben Eltern für ihr erstes und zweites Kind einen Anspruch auf 184 Euro, für das dritte Kind auf 190 Euro und ab dem vierten Kind auf 215 Euro pro Monat. Dies gilt auch für volljährige Kinder, bei denen jedoch einige zusätzliche Bedingungen erfüllt sein müssen. [mehr...] |
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